Papier

Papier

Die Erfindung des Papiers wird Ts’ai Lun zugeschrieben, welcher das Schreibmaterial um das 2. Jahrhundert n. Chr. in China erfunden haben soll. Das im Vergleich zu Papyrus neuere, weniger kostenintensive Material Papier fand vor allem über die damaligen Handelswege seine Ausbreitung.

 

Klares, frisches Wasser war zur Herstellung von gutem Papier ebenso wichtig wie handwerkliches Geschick – sowie das oft nur innerhalb einer Familie weitergegebene Wissen um die Produktion des Materials. Textilfasern (Hanf, Flachs, später auch Baumwolle) wurden sortiert, gereinigt, zerkleinert, fermentiert, erneut zerkleinert, gestampft und immer wieder mit frischem, sauberen Wasser gewaschen. Der so entstandene Brei wurde mit Hilfe eines „Siebes“ aus erwärmten Bottichen geschöpft. Jeweils eine Lage des geschöpften Papierbogens wurde anschließend „gegautscht“, gepresst und zum Trocknen aufgehängt, bevor das Papier verleimt und wiederum zum langsamen Trocknen aufgehängt sowie mehrmals gepresst wurde. Um besonders schönes, glattes Papier zu erhalten, wurden die Bögen abschließend poliert.

 

Das Verfahren zur Papierherstellung wurde im Laufe der Zeit immer wieder abgeändert und weiterentwickelt. So wurden im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert die zur Papierherstellung ursprünglich aus Textilien gewonnenen Zellstofffasern durch Holz ersetzt. Das so genannte Holzschliffpapier wurde eingeführt.

Auch heute noch wird echtes Büttenpapier ähnlich wie historisches Papier hergestellt: handgeschöpft, Blatt für Blatt.

 

Eine typische Problematik des Papiers ist ein saurer pH-Wert. Dieser führt nicht nur zu unansehnlichen Verbräunungen, sondern auch zu einer generellen Brüchigkeit des Materials. Um hier Abhilfe zu schaffen und auf Papier basierende Objekte zu stabilisieren sowie vor weiterem Zerfall zu bewahren, kann eine Einstellung des pH-Werts auf einen neutralen Wert und eine Pufferung für den Langzeitschutz wünschenswert sein.